Google Street View
Kathinka
Ich muss irgendwie mal wieder politisch werden, denn soviel Dummheit muss einfach kommentiert werden.
Gerade in einem Spiegel-Artikel gelesen:
Linken-Politiker Bodo Ramelow hat ebenfalls schon vor längerer Zeit Einspruch eingelegt. “Ich nutze Google viel”, sagt der Fraktionschef im Thüringer Landtag. “Aber Street View ist äußerst heikel, weil der Nutzer die Perspektive eines Fußgängers einnehmen kann.”
Oh mein Gott! Wo kämen wir denn hin, wenn jeder einfach die Perspektive eines Fußgängers einnehmen könnte. Eines Fußgängers! Das muss man sich echt mal vorstellen.
Oder auch:
Und CDU-Frau Monika Grütters ist zwar grundsätzlich für Videoüberwachung öffentlicher Plätze. “Aber ich habe ein gesundes Misstrauen gegen die flächendeckende Veröffentlichung von Straßenzügen”, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Bundestag: “Deshalb werde ich mein Wohnhaus pixeln lassen.”
Ah ja, Überwachung ist also gut, solange sie nicht bei mir stattfindet, oder was?
Man könnte wirklich meinen, Google würde nun Deutschlands Schlafzimmer flächendeckend videoüberwachen.
Wir reden hier von Fotos, also einmaligen Momentaufnahmen, die zum Teil schon Jahre alt sind (soviel zum Thema Sicherheitstechnik ausspähen) von Dingen, die sowieso jeder sehen kann. Wir reden von Veröffentlichung von öffentlichen Sachen. Wie krank ist das eigentlich, dagegen vorgehen zu wollen?
Außerdem würde mich brennend interessieren, warum ausgerechnet die Deutschen da so eine Panik davor haben? Streetview gibt es vollkommen stressfrei in vielen anderen Ländern.
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