Briefpost
Kathinka
Dass wir ungünstig im Hinterhof wohnen und unsere Häuser offensichtlich mit Tarnfarbe gestrichen sind, haben wir schon in der Anfangszeit hier lernen müssen, als uns DHL und Briefpost regelmäßig ignoriert haben. Daher haben wir den Weg ja auch mit diversen, gut lesbaren Schildern dekoriert und irgendwann kannten uns dann auch alle Austräger. Aber was wir die letzten zwei Wochen erlebt haben, toppt mal wieder alles.
Am 11.08. fiel uns auf, dass wir diese Woche noch keine Post bekommen hatten. Der beste Nachbar fand dann zwei Briefe für uns vorne auf den Briefkästen des Vorderhauses. Peter nahm dies zum Anlass, bei der Post anzurufen und sich zu beschweren. Nette Jungs arbeiten da, sehr mitfühlend, nehmen alles auf, leiten es weiter.
Donnertag fand ich dann eine Warensendung und einen Brief für unsere Nachbarn auf den Briefkästen des Vorderhauses. Diesmal rief ich an. Nette Jungs arbeiten da, sehr mitfühlend, nehmen alles auf, leiten es weiter.
Samstag kommt immer Post, da gibt es eine Sammelwerbesendung. Diese kam nicht. Also riefen wir am Montag wieder an, da Samstag Nachmittag keiner mehr da ist. Nette Jungs arbeiten da, sehr mitfühlend, nehmen alles auf, leiten es weiter.
Dienstag keine Post. Nun fand Peter mal ein paar Briefe für uns im Eingangsbereich des Nachbarhauses. Also wieder ein Anruf bei der Beschwerdestelle. Ihr ahnt was kommt? Nette Jungs arbeiten da, sehr mitfühlend, nehmen alles auf, leiten es weiter.
Langsam wurde es ein Hobby von uns, da jeden Tag anzurufen, an dem keine Post kam. Daran, dass irgendwas passiert, haben wir nicht mehr geglaubt, dafür aber gebetet, dass unsere Briefträgerin irgendwann mal aus dem Urlaub zurückkommt.
Am Freitag geschah das Wunder, Peter traf einen älteren Herren im Hof und fragte, ob er ihm helfen könne. “Nein, mir soll gerade keiner helfen,” entgegnete dieser, “ich will wissen, ob ich es alleine schaffen kann.” Er konnte, der gute Mann fand unsere Häuser ziemlich auf Anhieb und stellte sich als der zuständige Chef vor. Was wir falsch machen, fragte Peter. “Nichts machen Sie falsch, ich bin ein Bürohengst und komme aus Limburg, und trotzdem finde ich die Häuser.”. Er versprach, uns einen Bericht zu senden und zog wieder ab. Es war also zumindest mal etwas passiert.
Samstag geschah dann allerdings kein Wunder, obwohl sich ja nun offensichtlich jemand um unser Problem kümmerte, kam immer noch keine Post. Ich war wirklich beeindruckt, wie kann man es zwei Wochen lang nicht schaffen, dem Ersatzbriefträger zu erklären, wo er hingehen soll. Oder wechseln diese Ersatzausträger täglich und brauchen als Qualifizierung Blindheit gepaart mit Analphabetismus? Der Eindruck drängt sich auf.
Naja, das alte Spiel, ich rief heute morgen an und beschwerte mich. Nette Jungs arbeiten da, sehr mitfühlend, nehmen alles auf, leiten es weiter.
Heute Mittag, nach zwei Wochen Postabstinenz, geschah das Wunder, ein dicker Stapel Briefe lag in unserem Kasten. Hurra, unsere Austrägerin ist wieder aus dem Urlaub zurück.
Aber kann mir das jemand erklären? Wie kann man es zwei Wochen lang nicht schaffen, trotz Beschwerden und Instruktionen Post zu einem Haus zu bringen? Was geht da bei der Post ab, dass man den Aushilfen keine Anweisungen geben kann?
Posted in Haus & Heimat | 1 Kommentar






Ich Trottel habe es versäumt, ein “Vorher-Bild” zu machen, so kann ich nur das “Nachher-Bild” links zeigen. Ich habe im Archiv nur einen Ausschnitt von ihm gefunden: